Der gesamte Streifzug ist etwa 2,8 km lang. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, einen der QR-Codes zu finden, gibt es alle Standorte hier.
Ziel des Projekts ist, dass Sie durch die Stadt spazieren. Die Stationen lassen sich daher nur über die QR-Codes abrufen. Alternativ können Sie alle Texte auch in der Broschüre auf Papier nachlesen. Die gibt es kostenfrei im Stadtmuseum, im Haus Schminke und in der Tourist-Info.
Willkommen in der Industriestadt Löbau!
Die Blütezeit der Industrie in der Oberlausitz ist heute lange vorbei. Doch Löbau war genau wie viele andere Orte in der Region einst eine echte Industriestadt. Die Entwicklung beginnt 1835, als Johann Gottlob Hildebrandt im Ort eine Rot- und Buntgarnfärberei gründet. Sie gilt heute als erste Löbauer Fabrik. Nach und nach folgen weitere seinem Beispiel, so dass sich die kleine Ackerbürgerstadt zu einer blühenden Industriestadt entwickelt. Doch wie verändert sich dadurch das Leben in der Stadt? Welchen Einfluss hat die Industrialisierung auf die Menschen vor Ort? Davon erzählen sechs Personen, die so oder so ähnlich zwischen 1835-1935 in Löbau gelebt haben könnten.
Lernen Sie Johann, Hedwig, Carl, Anna, Emil und Hertha in den Ausstellungsräumen des Stadtmuseums und im Haus Schminke kennen und machen Sie mit ihnen einen Streifzug durch die Stadt. Auf insgesamt 13 Stationen zwischen Bahnhof, Theaterplatz und Haus Schminke befinden sich QR-Codes, die sich mit dem Smartphone scannen lassen. Alternativ können Sie den Streifzug auch mit der Broschüre auf Papier erleben, die kostenfrei im Stadtmuseum, im Haus Schminke und an der Touristeninformation Löbau erhältlich ist. Entdecken Sie Gebäude und Orte und erfahren Sie mehr über das Leben in der Industriestadt Löbau.
Wir wünschen viel Spaß!
Johann
Johann, geboren 1774, ist Tuchmachermeister und steht den neuen Fabriken kritisch gegenüber. Er macht sich Sorgen um die Zukunft seines Berufs und die Veränderungen, die mit der Industrialisierung einhergehen. Die Innung der Tuchmachermeister hat für ihn große Bedeutung.
Hedwig
Hedwig, geboren 1785, lebt schon ihr ganzes Leben in Löbau und ist verwitwet. Die Veränderungen im Stadtbild machen sie traurig, aber manche Neuerungen gefallen ihr auch ganz gut. Sie wird als Witwe durch eine Stiftung unterstützt, da sie sonst nicht genug zum Leben hat.
Carl
Carl, geboren 1842, ist aus Niederschlesien nach Löbau gekommen, um hier ein erfolgreicher Unternehmer zu werden. Er ist Eisenwarenhändler und denkt darüber nach, irgendwann nach Amerika auszuwandern. Er ist begeistert von den vielen Fabriken und der neuen Bahnlinie in Löbau.
Anna
Anna, geboren 1902, ist Tochter eines wohlhabenden Fabrikbesitzers in Löbau. Sie genießt das Leben in einer Villa mit Personal und spielt mit Begeisterung Klavier. Sie kann gar nicht verstehen, dass andere Kinder in ihrer Stadt arm sind.
Emil
Emil, geboren 1865, ist als Fabrikarbeiter unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen und engagiert sich in der Gewerkschaft. Seine Kinder mussten die Schule abbrechen, um arbeiten zu gehen. Ein Platz in einem der neuen Kindergärten für seinen Jüngsten wäre eine große Hilfe.
Hertha
Hertha, geboren 1913, kommt vom Dorf, wo ihre Eltern eine kleine Landwirtschaft betreiben. Sie konnte die Schule nicht abschließen, weil sie Geld für die Familie verdienen muss. Seit kurzem arbeitet sie in der Anker-Teigwarenfabrik und kommt mit dem Fahrrad zur Arbeit.