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II. Bürgerschule

Pestalozzistraße 17

Anna, um 1910

» Das ist die neue II. Bürgerschule. Hier geht Minna, die Tochter unserer Köchin, zur Schule. Meine Brüder und ich gehen auf die I. Bürgerschule am Brücknerring. Aber mein Herr Papa sagt, das kann sich Minnas Mama nicht leisten. Manche Schulkinder tragen hier nicht mal Schuhe. Das muss doch viel zu kalt sein. «

II. Bürgerschule

Pestalozzistraße 17

Anna, um 1910

» Das ist die neue II. Bürgerschule. Hier geht Minna, die Tochter unserer Köchin, zur Schule. Meine Brüder und ich gehen auf die I. Bürgerschule am Brücknerring. Aber mein Herr Papa sagt, das kann sich Minnas Mama nicht leisten. Manche Schulkinder tragen hier nicht mal Schuhe. Das muss doch viel zu kalt sein. «

Das „Gesetz über das Elementar-Volksschulwesen“ bringt 1835 die Schulpflicht für alle Kinder vom 6. bis 14. Lebensjahr nach Sachsen. Damit geht auch die Kinderarbeit in den Fabriken stark zurück. Um der wachsenden Einwohnerzahl gerecht zu werden, errichtet Stadtbauinspektor Max Otto Rudert eine II. Bürgerschule in Löbau, die am 16. August 1898 ihre Türen öffnet. Hier ist das Schulgeld günstiger als in der I. Bürgerschule. Jungen und Mädchen lernen in getrennten Klassen Lesen, Schreiben, Rechnen, Geschichte und Religion.

Auch Turnen steht auf dem Stundenplan. Die Mädchen müssen in halblangen Kleidern Sport machen. Die Schule bereitet die Schülerinnen und Schüler nicht auf einen bestimmten Beruf vor, sondern vermittelt Grundlagen, die laut Schulgesetz „für jedermann unentbehrlich sind“. Heute befindet sich hier die Oberschule von Löbau, benannt nach dem Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi.