Alte Stadtmauer
Promenadenring
Hedwig, um 1858
» Früher war hier die Stadtmauer. Wir Kinder haben oft heimlich versucht, den Wehrgang zu betreten. Das war natürlich nicht erlaubt. Ich weiß noch, wie einmal ein Fuhrwerk drüben im Bautzner Tor stecken geblieben ist. Alle anderen mussten umgeleitet werden, da war hier am Görlitzer Tor ordentlich was los. Es macht mich traurig, dass all die Erinnerungen jetzt mit dem Abbruch der Mauer verschwinden. «
Alte Stadtmauer
Promenadenring
Hedwig, um 1858
» Früher war hier die Stadtmauer. Wir Kinder haben oft heimlich versucht, den Wehrgang zu betreten. Das war natürlich nicht erlaubt. Ich weiß noch, wie einmal ein Fuhrwerk drüben im Bautzner Tor stecken geblieben ist. Alle anderen mussten umgeleitet werden, da war hier am Görlitzer Tor ordentlich was los. Es macht mich traurig, dass all die Erinnerungen jetzt mit dem Abbruch der Mauer verschwinden. «
Bis ins 19. Jahrhundert ist Löbau von einer Wehranlage mit doppelter Stadtmauer, Wehrgang und Wehrtürmen umgeben. Doch ab 1822 kommt der Straßenbau in Fahrt und bisher unbefestigte Wege werden zu „Chausseen“ ausgebaut. Von Löbau führen diese geplant angelegten Straßen mit fester Fahrbahndecke in Richtung Görlitz, Zittau, Bautzen, Rumburg, Cunewalde und Neusalza-Spremberg. Die Wehranlage erweist sich nun zunehmend als Hindernis für den Verkehr, vor allem das besonders niedrige und enge Bautzner Tor, in dem öfter Fuhrwerke stecken bleiben.
Nach seiner Erweiterung folgen auch das Görlitzer und das Zittauer Tor. 1827 beschließt der Stadtrat, die Stadtmauer und Wehrtürme schrittweise abzutragen. Heute sind nur noch wenige Teile der inneren Stadtmauer erhalten. Wenn man heute durch den Torbogen geht, kann man die schmiedeeiserne Tür, die zum alten Wehrgang führt, noch entdecken.