Eisengießerei Behrisch & Co.
Sachsenstraße 2-4
Emil, um 1903
» Bei Behrisch & Co. rumort es schon lange. Obwohl die Auftragslage gut ist, werden keine neuen Leute eingestellt. Mein Ältester schuftet hier in der Gießerei und muss den Sand für die Gussformen sieben – ganz allein. Sein Meister hat schon angedroht, dass er den Streik ausruft, wenn sich das nicht bald ändert. «
Eisengießerei Behrisch & Co.
Sachsenstraße 2-4
Emil, um 1903
» Bei Behrisch & Co. rumort es schon lange. Obwohl die Auftragslage gut ist, werden keine neuen Leute eingestellt. Mein Ältester schuftet hier in der Gießerei und muss den Sand für die Gussformen sieben – ganz allein. Sein Meister hat schon angedroht, dass er den Streik ausruft, wenn sich das nicht bald ändert. «
Anfang des 20. Jahrhunderts ist Sachsen eine Hochburg der Arbeiterbewegung. Im August 1903 streiken in Crimmitschau tausende Textilarbeiterinnen und Textilarbeiter monatelang für kürzere Arbeitszeiten, längere Pausen und höhere Löhne. In Löbau formiert sich der Aufstand schon einen Monat früher. Im Juli 1903 legen ein Dutzend Arbeiter in der Eisengießerei Behrisch & Co. ihre Arbeit nieder. Im Vergleich zu den Forderungen in Crimmitschau wirkt ihr Anliegen fast bescheiden:
Man fordert mehr Personal! Doch die Fabrikleitung lehnt ab, mehr Personal kostet schließlich auch mehr Geld. Nach fünf Tagen wird ein Vergleich geschlossen. Die Streikenden werden nicht entlassen, sie dürfen unter denselben Bedingungen weiterarbeiten. 1945 wird die Eisengießerei Behrisch & Co. bei einem Bombenangriff zerstört. Zu DDR-Zeiten zieht der Busbahnhof auf das Areal. Seit 1998 steht hier ein großes Einkaufszentrum.