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Villa Sanssouci

Hartmannstraße 5

Anna, um 1910

» Was für ein Haus! Ich würde so gerne mal von der großen Dachterrasse über die Stadt gucken oder dort im schattigen Park spazieren gehen. Neulich wurde es verkauft, aber leider nicht an meinen Herrn Papa. Herr Müller, der es gekauft hat, hat auch eine Fabrik. 75.000 Mark hat er bezahlt. Das ist viel Geld. Aber Herr Papa sagt, der Bau war noch viel teurer. «

Villa Sanssouci

Hartmannstraße 5

Anna, um 1910

» Was für ein Haus! Ich würde so gerne mal von der großen Dachterrasse über die Stadt gucken oder dort im schattigen Park spazieren gehen. Neulich wurde es verkauft, aber leider nicht an meinen Herrn Papa. Herr Müller, der es gekauft hat, hat auch eine Fabrik. 75.000 Mark hat er bezahlt. Das ist viel Geld. Aber Herr Papa sagt, der Bau war noch viel teurer. «

Wie sorglos reiche Fabrikbesitzer im 19. Jahrhundert leben, verdeutlich die Villa Sanssouci (franz. „ohne Sorge“). 1889 gibt sie der Löbauer Textilfabrikant Eduard Rönsch in Auftrag. Baumeister Bruno Berthold lässt auch orientalische Formen in den Bau einfließen, die Rönsch von seinen vielen Reisen kennt. Der Bau kostet über eine Viertel­million Mark. Eine Schmiedearbeit am Tor, hergestellt von Schlosser­meister Adolf Hilliger, zeigt die Initialen des Besitzers. 

Vorbild für den Zaun ist nichts weniger als das Schloss Versailles. Im Hinterhof befindet sich das Gesindehaus für das Personal. Ein eigenes Haus für die Dienstboten leisten sich zu dieser Zeit nur die besonders Wohl­habenden. Nachdem Rönsch stirbt, kauft der Textilfabrikant Julius Müller 1908 das Haus. Von 1955 bis 1990 nutzt die Staats­sicherheit der DDR das Gebäude. Heute ist es in Privat­besitz und steht unter Denkmalschutz.